30.12.07
29.12.07
Travelling die Zweite


Da sassen wir also vor Toms Shop und sprangen jedes Mal wie von der Tarantel gestochen auf, wenn sich wieder einmal ein Bus im Affentempo naeherte, nur um jedes Mal von Tom gesagt zu bekommen, dass das nicht unser Bus ist. Irgendwann als wir schon gar nicht mehr daran geglaubt haben, sprang dann Tom auf, krallte sich unser Gepaeck und schon sassen wir im Bus. Die Verabschiedung fiel dementsprechend genauso chaotisch und schnell aus. Etwa fuenf Stunden spaeter standen wir wieder in Chumphon an der Bushaltestelle und hatten kurze Zeit danach ein peinlich sauberes Zimmer mit Bad fuer einen Appel und ein Ei. Na ja, der Abstand zwischen der naechsten Mauer und den Fenstern betrug keinen Meter, man haette sie sich auch sparen koennen :-D
Chumphon entpuppte sich wirklich als seltsamer Ort. Auf der Suche nach etwas Essbarem landeten wir in der Farangbar. Der Name war Programm: betrunkene Partytraveller, die es nicht mehr auf die Insel geschafft hatten oder auf dem Weg nach Bangkok haengen geblieben waren, zu essen wollte man uns auch nichts mehr machen, ein ueberteurtes Busticket verkaufen schon. Da Dr. P schon etwas entnervt war vom vielen Busfahren holten wir uns dort aber dann doch das Busticket nach Prachuap Khiri Khan, fuer einen Preis mit dem wir locker bis nach Bangkok gekommen waeren.
Aber dann kam alles anders und die Gerechtigkeit siegte. Am naechsten Morgen fanden wir uns zur vereinbarten Abholzeit wieder in der Farangbar ein und warteten und warteten und warteten. Irgendwann wurde rumtelefoniert und uns dann gesagt, dass der Bus leider nicht kommt und der naechste erst nachmittags. Wir wollten aber so frueh wie moeglich in Prachuap ankommen, da wir nur eine Nacht dort hatten und den Thailaendern war die ganze Sache auesserst peinlich. Man gab uns das Geld zurueck und so sassen wir kurze Zeit spaeter in einem Pickup und wurden zu einer Busstation gebracht. Dort hatten wir dann schnell zwei neue Tickets in der Hand und wundersamer Weise hatte sich der Preis von 500 Baht auf 240 Baht fuer zwei Personen reduziert.
Also noch einmal drei Stunden Busfahrt und eine Motorradtaxifahrt vom Highway in die Innenstadt und wir waren wieder am Meer. Der einsamste Reisefuehrer der Welt versprach wirklich nicht zuviel, eine kleine ganz normale Stadt mit viel Charme. Kleine Berge ragten aus dem Meer auf, auf einem gab es eine verwaiste Tempelanlage. Man konnte am Kai spazieren gehen, es gab einen Anlegesteg an dem Fischkutter andockten. Bei Flut kam das Wasser bis zum Kai ran und da es sehr windig war, spritzte es ueber die Kaimauer und Dr. P hatte viel Spass beim Knipsen. Auf einer seiner Knipsexpeditionen hat er dann auch die ertrunkene Barbie gefunden.
Zum Schwimmen waren der Strand und das Wasser allerdings nichts, dafuer habe ich komischerweise dort schoenere Muscheln als auf Ko Surin gefunden. Wir bezogen unsere Luxussuite im Handtong-Hotel. Da es das Wochenende nach dem Geburtstag des Koenigs war, war nichts anderes mehr frei ausser noch ein weiteres Zimmer ohne Fenster im Keller und da beschlossen wir, uns einmal eine Nacht in einer “Suite” zu goennen. Der unglaubliche Ausblick aufs Meer und das Zimmer waren die umgerechneten 36 Euro wert, obwohl wir keine zwei Balkone gebraucht haetten. Da wir in Ko Surin keine schoenen Sonnenuntergangsfotos machen konnten, habe ich mir dann auch extra den Wecker gestellt, um wenigstens morgens schoene Sonnenaufgangsfotos zu machen, wir waren ja an der Ostkueste. Einer der Berge war zwar “im Weg”, aber Sonnenaufgaenge am Meer sind mindestens genauso schoen wie die Untergaenge.
Einmal oben angekommen, sollte uns eigentlich ein affensicheres Gittertor, schwer zu oeffnen, und deutsche Schaeferhunde als Tempelwaechter erwarten. Diese Passage kann der einsamste Reisefuehrer der Welt getrost streichen. Die Affen haben wohl gewonnen und sie erklaerten das Tempelgelaende wohl auch zu ihrem Terrain, auf dem die dummen Touris gefaelligst nichts zu suchen haben. Dementsprechend wandelte sich das Verhalten der Affen, sobald sie durch das Tor sprangen. Vorher schon dreist genug, wurden sie jetzt ziemlich aggressiv und versuchten saemtliche Leute anzugreifen. Soviel zu den suessen Affen. Wir hatten dann auch schnell Steine zur Hand und das Drohen damit reichte gerade solange aus, wie wir brauchten, um wieder durch das Tor raus zu kommen.
Geniessen konnte man den wunderbaren Blick auf die Stadt am Meer allerdings nicht so gut, da man immer auf der Hut sein musste. Aber die Fotos waren den Spiessrutenlauf schon wert. Ich war nur froh, dass ich die Idee, auf dem Weg von Chiang Mai nach Bangkok noch in Lobburi, der Stadt der Affen, Halt zu machen, fallen gelassen hatte. Die Population in Prachuap reichte mir voellig aus und es sollte ja in Petburi noch besser kommen, dazu mehr spaeter. Von den Lobburiaffen erzaehlen sich die Thais uebrigens, das diese schon mal auf den Zug nach Bangkok aufspringen, dort “Ferien” machen und dann wieder einen Zug zurueck nach Lobburi nehmen.
Mittags sind wir dann in den Zug gestiegen, nach Petchaburi, der Stadt, in der die Bevoelkerung nicht so ein Interesse daran hatte, alle alten Tempel abzureissen, um an ihrer Stelle neue funkige Glitzerteile mit Aircon-Betrieb zu bauen. Es hiess wieder einmal Tempelglotzen!
(Dieses Buch ist aus der "Leseecke" unserer "Suite" im Handtong, eben ein Hotel mit Stil :-)
...und einen guten Rutsch ins Jahr 2008!
28.12.07
Rote Xmas-Tour











25.12.07
Weihnachten
hier ein paar Schnappschuesse von der Weihnachtsparty von 'upper class' Kindern in ihrem Kindergarten. Der Besitzer dieses Internationalen Kindergartens, in dem aber fast nur laotische Kinder sind, da die "Erzieherinnen" eben nur Laotisch sprechen, ist gleichzeitig unser Vermieter. Damit das Ganze dann doch international ist, werden jedes Jahr alle auslaendischen Mieter eingeladen, diesem seltsamen Ritual beizuwohnen. Ganz klar mussten wir alle in der ersten Reihe auf den besonderen Stuehlen sitzen, was Dr. P und ich ja lieben (grr).
Lasst uns alle froehlich (westlich) sein...
Ihn gibt es auch jedes Jahr. Er fuehrt ein ziemlich einsames Dasein, da die Kinder mit ihm nicht viel anfangen koennen. Tja, ohne Schnee zu kennen...
Die Kids haben eine ganz klassische Weihnachtsshow aufgefuehrt: Hier der Chinesische Federntanz. Uebrigens der junge Mann im Frack musste dazu auf die Buehne gehen und einem Maedel die beruehmte rote Rose ueberreichen; natuerlich nur dem Maedel aus dem Foto ganz unten, da sie von den Erwachsenen wohl als Schoenste auserkoren wurde. Wohlgemerkt, die Kids sind zwischen zwei und vier Jahre alt! Ein anderer Running Gag ist die Kussszene zwischen den Juengsten, die dafuer als Paerchen auf der Buehne "tanzen" und sich am Ende den finalen Kuss geben. Die Eltern quiecken dann vor Vergnuegen und druecken auf ihre Ausloeser wie wild und wenn sie zu langsam waren, auch nicht schlimm. Dann wird die Show erst einmal unterbrochen und das Kuessen sooft wiederholt, bis der perfekte Schuss im Kasten ist.
Zum ersten Mal konnte unser Vermieter keinen von den westlichen Mietern dafuer erwaermen, sich als Nikolaus zu opfern, im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Laote durfte es also machen, wobei unser Vermieter darauf Wert legte, zu erwaehnen, dass es ein "franzoesischer Laote" war. Der Nikolaus hatte allerhand zu tun, da es zunaechst fuer jedes Kind die gleiche volle blaue Plastiktuete gab. Mit einem Unterschied: fuer Jungs einen LKW und fuer Maedels eine Barbie und ein Kroenchen mit passendem Zepter! Es waere doch mal interessant gewesen, das umzudrehen. Danach gab es dann die zweite Runde, da die Eltern auch noch einmal fett eingepackt hatten. Ich wurde den Eindruck nicht los, dass die Erwachsenen sich dabei einen Wettkampf darueber lieferten, wer das groesste Geschenk gepackt hatte.
Die beiden, vor allem sie, waren die perfekten kleinen Erwachsenen und genauso perfekt konditioniert. Ob laessig fuers Foto posieren oder mit fast gelangweilter Routine Proefessionalitaet auf der Buehne zu zeigen, alles kein Problem. In etwa 15 Jahren werden sie die Stars der thailaendischen, oder vielleicht bis dahin laotischen, Soap Operas sein. Man beachte auch den Schriftzug auf dem Kroenchen.
Bis dahin... Frohe Weihnachten!
23.12.07
18.12.07
Travelling die Erste
Man hat ja schon so einige Inseln kennengelernt in Thailand. Dieses mal sollte es also das Paradies sein. Es ist ja schon schwer genug Dr. P fuer Sand, Strand, Meer und Muscheln zu begeistern. Aber der Coup ist dann doch gelungen und ploetzlich befanden wir uns von Bangkok aus auf dem Weg zur oberen Andamanenkueste (Westkeuste). Ko Surin sollte es sein, ein maritimer Nationalpark mit vielversprechenden Bildern und Werbung im Internet.
Nach einer Nacht im 2.Klasse Schlafwagen ohne Schlaf – was ganz normal ist fuer 2. Klasse Schlafwagen, da der Laerm ohrenbetaeubend ist und man jede Schwelle spuert, ueber die der Zug rollt – kamen wir also morgens um 4.00 Uhr in Chumphon, noch an der oeberen Golfkueste, an. Die anderen Traveller reihten sich in die Schlange derer, die so schnell wie moeglich nach Ko Tao wollten, eine Insel im thailaendischen Golf also Ostkueste. Was sich da am Bahnhof mit den Bootsagenturen, die Touristen nach Ko Tao “verschiffen” abspielte, erinnerte schon ein wenig nach Herdentrieb (ich kanns nicht lassen). Uns wollte man natuerlich auch “verschiffen” und es fiel den Thailaendern schwer zu glauben, dass wir uns erst einmal einen Kaffee beim Chinesen, dem einzigen offenen Laden im Bahnhof, genehmigten und nicht aufs Boot wollten. Wir sahen also dabei zu, wie der Bahnhof um kurz nach Vier einfach wieder dicht gemacht wurde, der naechste Zug war drei Stunden spaeter angesagt und mit der verstreichenden Zeit wurden auch die Preise, uns zur Busstation zu bringen, immer guenstiger. Schliesslich sassen wir in einem feudalen Pickup, mit einem Thai, der seine Touri-Maskerade laengst hatte fallen lassen und waren auf dem Weg zu unserem naechsten Transportmittel. Dort kamen wir gerade rechtzeitig an, um in den Bus ueber Ranong nach Khuraburi, einem weissen Fleck auf der Landkarte, zu steigen. Dort sollte es also das Boot nach Ko Surin geben. Ueber Freunde aus Dortmund hatten wir ja schon von Tom und Am gehoert, einem netten Paerchen, dass Bootstickets verkauft und auch sonst alles vermietet, was man fuer einen Inselurlaub braucht wie z.B. Schnorchelausruestung.

Unser Bungalow war weg von der Strasse, direkt am Fluss. Viele Menschen in der Region haben nach dem Tsunami einen Neuanfang mit alternativen Tourismusangeboten gewaehlt. An dem Tag, als wir da waren, waren wir trotzdem die einzigen Touristen in Khuraburi! Es ist immer noch so, dass die meisten hier nur einen kurzen Zwischenstopp machen, um dann auf die Insel zu fahren. Da fuer Dr. P die Zeit draengte, haben wir es genauso gemacht, ich habe mir aber vorgenommen, hier noch einmal laenger Halt zu machen, irgendwann. Abends waren wir mit Tom noch auf dem Markt, haben fett eingekauft und dann zusammen gekocht und mit der ganzen Verwandtschaft und Nichtverwandtschaft rundherum gegessen und morgens standen wir auch schon am Pier und warteten auf die Abfahrt.

Apropos Affe: ich hatte ja meinen eigenen Tee mit, da man auf der Insel kaltes und heisses Trinkwasser gratis bekam, um den Plastikflaschenmuell in Grenzen zu halten. Zum Tee gehoert natuerlich auch Milchpulver und Zucker. Diese beiden Dinge habe ich gewissenhaft verpackt und an unseren nicht genutzten Deckenventilator gehangen, wegen den Ameisen. Dann haben wir aber eines Morgens vergessen, die Glastuer am Bungalow zu schliessen. Es war fuer den Kerl natuerlich kein Problem in unserer Abwesenheit die Fliegengittertuer aufzumachen und das gesamte Zimmer zu verwuesten. Der Zucker hat ihm anscheinend nicht geschmeckt, der lag verstreut in der gesamten Bude inklusive auf dem Balkon rum. Aber das Milchpulver war weg. Er hatte dann auch noch verschiedene Tempo- und Zigarettenpaeckchen aufgerissen, aber wohl keinen Gefallen daran gefunden. Wir konnten dann die restliche Zeit auf der Insel den Riesenameisen immer wieder dabei zugucken, wie sie die Reste des Zuckers vom Balkon abtransportierten. Der Affe hat sich dann auch bevorzugt auf unserem Bungalowdach aufgehalten und darauf gewartet, dass wir noch einmal so doof sind.


P.S.: So leer wie Strand und Wasser auf den Fotos aussehen, so leer war es wirklich, da die meisten Besucher der Insel morgens und nachmittags auf Schnorcheltour sind und die paar Touristen (in der der Relation zu den anderen Inseln) sich echt gut voreinander auf der Insel verstecken koennen. Ein Traum!
